Öffentlichkeitsarbeit in der Kommunalverwaltung mit Social Media

Es ist kein Geheimnis: ich brenne für Social Media und arbeite in einer Kommunalverwaltung. Diese beiden Dinge – zumindest dienstlich – unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Social Media ist zwar ein wesentlicher Teil meines persönlichen Informationsmanagements, aber bisher bleibt es primär „Hobby“ und spielt in meinem beruflichen Alltag (leider) kaum eine Rolle. Leider tut man sich in der Kernverwaltung (während man im Kulturbereich sowie im Tourismus den Nutzen allmählich erkennt) mit Social Media (noch) sehr schwer.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie die Social-Media-Nutzung in der Kernverwaltung als Teil der Öffentlichkeitsarbeit aussehen könnte.

Social Media ist nicht Facebook

Auch wenn manche Kollegen nach wie vor den Fehler machen, Social Media mit Facebook gleichzusetzen: Social Media ist nicht Facebook! Es gibt eine Vielzahl von sozialen Netzwerken und eine Unmenge von Werkzeugen. Facebook ist eines der größten sozialen Netzwerke – im Augenblick. Das kann sich ändern. Der Markt wächst und verändert sich kontinuierlich. Einen Überblick bietet das Social Media Prisma von Ethority. Deshalb rate ich dazu, keinesfalls ausschließlich auf Facebook zu setzen, sondern möglichst auf flexible Strukturen zu setzen.

Corporate Blogs als Kommunikationszentrale im Social Web 

Letzteres ist der Grund, warum ich mir mehr Corporate Blogs von Kommunalverwaltung wünsche. Sie bilden die Kommunikationszentrale (neben der Homepage mit den statischen Informationen) im Web. Die sozialen Netzwerke wie z. B. Twitter, Facebook, Google+ werden als Vertriebskanäle genutzt. Die meisten Blog-Werkzeuge bieten die Möglichkeit einer RSS-Integration und eine Email-Benachrichtigung an, die einfach zu integrieren ist. Ein Corporate Blog hat den Vorteil, dass er die Gestaltungsfreiheit und die Unabhängigkeit von Social Communities erhöht. Gleichzeitig werden Internetnutzer, die sich für Social Communities nicht erwärmen können, nicht ausgeschlossen. Mehr zu den Vorteilen von Coporate Blogs z. B. bei PR Blogger.

„Communities“ als projektbezogene Ergänzungen

Es gibt eine Vielzahl von Projekten, bei denen Bürger eingebunden werden z. B. die Organisation eines Stadtfests, die Koordination einer Zukunftswerkstatt. Dafür eigens ein spezielles Portal einzurichten ist meist wenig sinnvoll. Zum einen ist die Hemmschwelle sich anzumelden hoch, zum anderen bedeutet dies entsprechende Aufwand und Kosten, der sich vermeiden lässt. Die Lösung können offene oder geschlossene Facebookgruppen oder Google+-Communities sein. Je nach dem, wo sich die Zielpersonen mehrheitlich bewegen. Der große Vorteil, es muss keine separate Infrastruktur aufgebaut werden und die Hürden für den Zugriff der Zielgruppe sind niedrig (hat bereits einen Login und ist mit dem Netzwerk bereits vertraut). Für Bürgerbeteiligungsverfahren bieten sich aber auch bereits existierende Portale wie z. B. Offene Kommune ( an. Wer auf einen großen Pool aktiver Bürgerinnen und Bürger zugreifen kann, für den bietet sich eventuell sogar ein Wiki als Ergänzung an.

Was passiert mit den Präsentationen aus den öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats?

Regelmäßig werden Jahresberichte, Themenpräsentation für Gemeinderatssitzungen aufbereitet und vorbereitet. Nur zu schade, dass diese nach abgeschlossener Sitzung im CMS-System der Stadtverwaltung verschwinden. Warum einfach einfach nicht im Nachgang die Präsentation aus der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats aus Slideshare und im Blog veröffentlichen? Bisher ist mir noch keine Stadtverwaltung untergekommen, die Präsentationen aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung auf diesem Weg publiziert. Aber einen Gedanken wäre es sicherlich wert. Insbesondere bei Projekten, bei denen man eine breite Öffentlichkeit erreichen möchte. Und mal ganz ehrlich, die ganze Mühe für eine einmalige Präsentation?

Digitale Bürgerfragestunde mit Facebook-Messenger und Google Hangout

Ein Angebot das auf keinen Fall fehlen darf, ist die Bürgersprechstunde des Bürgermeisters. Bisher kenne sie (meist) nur analog. Irgendwann in den Abendstunden. Warum nicht einmal eine digitale Bürgersprechstunde durchführen? Messengertools u. ä. gibt es genug. Wie wäre es mit einem Hangout gemeinsam mit dem Bürgermeister der Wohnort-Gemeinde?

Mein Resümee

Wagen wir mehr Social Media in den Kommunalverwaltungen! Die Entwicklung können wir nicht stoppen. Social Media wird fester Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit werden. Ich persönlich würde mir mehr davon wünschen – als Teil der Öffentlichkeitsarbeit und (das ist allerdings ein eigenes Thema) als Teil des Informations- und Wissensmanagements in der Verwaltung.

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