Warum ich den interdisziplinären Austausch schätze

Ich bin ein großer Freund des interdisziplinären und branchenübergreifenden Austauschs. Mit Wehmut denke ich öfter an den sogenannten Transfertag während meines Aufbaustudiums am SIBE zurück. Am Ende jeden Seminarblocks bildeten sich studentische Gruppen, die konkrete Probleme aus ihren Projekten in die Runde eingeworfen und gemeinsam Lösungen erarbeitet haben. Je bunter die Gruppe, desto spannender die Diskussion und die Lösungsansätze. In dieser Zeit habe ich diesen interdisziplinären Ansatz sehr zu schätzen gelernt und suche heute noch den Austausch, über Fachgrenzen hinweg.

Diesen Austausch halte ich für wichtig. Es gibt (fast) nichts schlimmeres als im eigenen Saft zu schmoren. Der Austausch ermöglicht neue Impulse, Denkanstöße und neue Lösungen. Er ermöglicht es einem, neue Wege jenseits der ausgetretenen Pfade zu entdecken. Das Problem im Arbeitsalltag ist jedoch, dass genau dieser Austausch zu kurz kommt. Die Fachleute bleiben in ihrem System gefangen und beginnen recht schnell zu verlernen, mit den Mitgliedern anderer Systeme zu kommunizieren. Das funktioniert wunderbar, wenn da dummerweise nicht die Tatsache wäre, dass jedes System nicht in einer sich wandelnden Umwelt wäre. Veränderungen finden ständig statt. Alles ist im Fluss, nichts bleibt stabil. Umso wichtiger ist es auf diese Veränderungen zu reagieren. Reagieren kann ich aber nur, wenn Veränderungen wahrnehmen kann und in der Lage bin mich auf diese Veränderungen einzulassen. Eine wunderbare Möglichkeit diese Fähigkeit zu trainieren und zu erhalten, ist für mich eben der genannte interdisziplinäre Austausch, beim dem ganz nebenbei nicht selten auch noch neue Lösungen für Herausforderungen entstehen können, an denen man sich die Zähne aufgebissen hat.

Weil dem so ist, schätze ich Veranstaltungen wie das PM Camp in Dornbirn oder den „agilen Scrumtisch“ in Heilbronn sehr. Es mag vielleicht verwundern, warum ausgerechnet jemand, der in der klassischen Kommunalverwaltung mit ihren verwaltungsrechtlich geprägten und hierarchisch wirkenden Strukturen sich z. B. für agilen Projektmanagementmethoden interessiert oder ein Barcamp besucht, in der die ITler (noch!) eindeutig in der Mehrzahl sind. Persönlich finde ich diese Formate sehr spannend – ich nehme immer wieder was neues mit nach Hause und – unglaublich aber wahr – ich entdecke immer wieder Parallelen zum meinem Alltag. Davon wünsche ich mir für meinen beruflichen Alltag mehr und ich hoffe, damit nicht allein zu sein. Davon abgesehen bin ich der Meinung, dass es der öffentlichen Hand (verzeiht liebe Kollegen) gut tun würde, mal ein paar neue Sichtweise kennenzulernen, aber das ist ein ganz anderes Thema 😉

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