#Gedankenblitz: Über absolutistische Zaunkönige als Führungskräfte

Mir ist heute nach ein wenig Führungskräftbashing. Es ist ein seltsames Phänomen, dass ich schon sehr lange beobachte und dass sich wunderbar mit einem Ausspruch zusammenfassen lässt, der eigentlich aus einem anderen Kontext stammt: Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht. Denn genau nach diesem Motto scheinen viele Führungskräfte zu verfahren: Was der Chef nicht kennt, dass wird nicht gemacht. Basta! Okay, es trifft nicht auf alle Führungskräfte zu. Aber es gibt sie immer noch zu Hauf, die kleinen absolutistischen Zaunkönige, die in ihrem scheinbar unabhängiggen Königreich mit strenger Hand alles verwerfen, dass sie nicht kennen und ihnen deswegen bedrohlich erscheint.

Mitarbeiter haben Ideen? Um Gottes Himmels willen, wo kämen wir den dahin, wenn die Mitarbeiter plötzlich anfagen den Laden zu optimieren, neue Produktideen zu entwickeln. Hier gibt es nur einen, der sagt wo es lang geht und das ist absolute Monarch! Derartiges radikales Denken hat in einer straffgeführten Organisation nichts zu suchen. Es bringt nur Unruhe ins Haus und am Ende wird vielleicht noch die Kompetenz vom Chef hinterfragt oder gar der Aufstand geprobt. Nein, das geht überhaupt nicht. Innovation geht ausschließlich von der Führungsetage aus. Nur sie hat den wirklichen Überblick und weiß genau, was die Organisation braucht. Basta.

Keine Sorge, ich meine das nicht ernst – ich gebe lediglich eine Beobachtung wieder, die mir immer wieder unterkommt. Nein, ich halte von solch absolutistischem Gedankengut nicht viel. Nicht nur, dass eine derartige Denkweise extem demotivierend wirkt, sondern auch ledigliches vorhandens Potential auf der unteren Ebenen der Hierarchie unterdrückt, nicht für die Organisation nicht abschöpft und sogar Innovation behindert.

Aber seien wir doch mal ehrlich – in mehr oder minder ähnlicher Form beobachten wir es doch fast täglich. In kleinen Unternehmen, in großen Unternehmen, in Institutionen aller Art. Es gibt diese Führungskräfte und sie sind nach wie vor häufiger in den Schlüsselpositionen, als ihr Konterpart. Unglaublich wieviel Potential uns dabei verloren geht.

Warum dem so ist, das haben das Peter-Prinzip und andere Modelle denke ich schon hinreichen erklärt. A-Führungskräfte stellen nur A-Mitarbeiter ein und haben keine Angst davor, dass diese Ihnen fachlich überlegen sein könnten. Sie sehen in ihnen die Chance sich und ihre Organisation voranzubrigen und sich auf ihren Job, die Führung zu konzentieren. Sie arbeiten nach dem Motto, ich habe meinen Job gut gemacht, wenn niemand merkt, wenn ich nicht da bin. Leider sind die A-Führungskräfte seltene Exemplare. Es dominieren die B- und C-Führungskräfte, die Angst haben, dass ihre Mitarbeiter fachlich mehr können als sie selbst. Das sind die kleinen absolutistischen Zaunkönige, die über ihr Königkreich eine totalitäre Alleinherrschaft errichten wollen und sich dabei selbst im Wege stehen. Sie scheinen nicht zu ahnen, was sie anrichten und wie sehr sie demotivierend wirken.

Ich wünschte mir, es würden mehr Führungskräfte verstehen, das Mitarbeiter keine Ressource sind, sondern Kolleginnen und Kollegen, mit Potential, dass die Organisation braucht und die die sie voranbringen.

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2 Gedanken zu „#Gedankenblitz: Über absolutistische Zaunkönige als Führungskräfte

  1. Diese Chefs sind doch ganz wichtig, denn sie passen hervorragend zu den “Das ist nicht meine Aufgabe” Mitarbeitern, zu den “Dafür bin ich nicht zuständig” Angestellten und zu den “Wer nichts macht, macht auch keine Fehler” Beamten.

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