#Gedankenblitz: Der Schein trügt oft …

Urteile nicht über den anderen, bevor Du nicht eine Meile in seinen Mokassin gelaufen bist.

Es ist mir mal wieder beinahe passiert. Fast hätte ich vorschnell den Stab über einen anderen Menschen, weil etwas nicht wie gewünscht verlaufen ist, gebrochen. Dabei wollte ich mir das eigentlich abgewöhnen. Klar, das ist menschlich. Passiert leider oft. Zu oft. Wir sind zu schnell mit unserem Urteil und geben uns mit der ersten nahe liegenden Antwort, bei der Frage nach dem „Warum“ zufrieden. Aber da machen wir uns es doch etwas zu einfach. Der Schein trügt und zwar sehr oft.

Wie schnell man doch zu einem Fehlurteil kommen kann, dass zeigt das amüsante Video:

In diesem Fall ist der Fehlschluss nicht dramatisch. Niemand kommt zu schaden. Aber wenn wir vorschnell ein Urteil über Andere bilden, dann hat dies möglicherweise Auswirkungen. Auswirkungen von erheblicher Reichweite. Deshalb sollten wir bei unseren Urteilen Vorsicht walten lassen. Auch stoßen wir damit nicht auf die Wurzel des Problems, die oft weiter tiefer liegt, als es den Anschein hat.

Wenn mir etwas auffällt, habe ich mir deshalb zu Ziel gesetzt, nach dem „Warum“ zu fragen. Um es vorweg zu schicken, nein es gelingt mir nicht immer. Und so wird es vielen gehen. Aber allein die Erkenntnis, ist schon einiges wert. Noch dazu ist kein Meister vom Himmel gefallen. Erst sehr, sehr viel Übung führt zur wahren Meisterschaft. Aber auch dann gilt, auch Meister sind Menschen und keine Heiligen.

Wenn ich nach dem „Warum“ frage, dann interessieren mich die Begleitumstände, der Entscheidungsrahmen und andere Einflussgrößen. Sich mit der ersten halbwegs befriedigenden Antwort zufrieden zu stellen, kratzt dabei lediglich an der Oberfläche. Das eigentliche Problem oder die Wurzel des Übels – wenn zum Beispiel etwas schief gelaufen ist – packen wir damit nicht an. Eine sehr schöne, einfach anzuwendende Methodik ist die „Five-Why“-Analyse die ursprünglich aus dem Qualitätsmanagement stammt und der Analyse technischer Ursachen dient. Sie ist aber so genial simple, dass für jeden Lebensbereich hervorragend geeignet ist.

Alles was man tun muss, ist fünf mal hintereinander nach dem „Warum“ fragen. Schnell wird dabei oft offenkundig, dass was wir bei oberflächlicher Betrachtung für die Ursache halten, ist nur ein Symptom. Was heißt das konkret in alltägliche Beispiel? Etwas läuft schief. Wir fragen den Verantwortlichen warum, dieser erklärt er habe bestimmte Informationen nicht gehabt und diese daher nicht einfließen lassen können, da ihm auch nicht bekannt war, dass diese relevant sind. Wir fragen, warum er diese Informationen nicht hatte und erfahren, dass der Kommunikationsprozess unklar war. Nun wiederum fragen wir, nach dem „Warum“ des unklaren Kommunikationsprozesses und stellen erstaunt fest, dass die Projektbeteiligten nicht richtig definiert wurden. Im nächsten Schritt fragen wir warum, die Analyse der Projektbeteiligten nicht gründlich gemacht wurde und kommen hier zu dem Ergebnis, dass das Projekt nicht eindeutig definiert wurde. Es wurde viel zu schnell an den Start gebracht.

Hätten wir nach dem ersten „Warum“ aufgehört, wüssten wir nicht, dass die eigentliche Ursache bereits viel, viel tiefer zu suchen ist und hätte lediglich Symptome, aber nicht die Ursache behandelt.

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