#Gedankenblitz: Die Frage nach dem „Warum“

Ich bin ein großer Freund des Fragewortes „Warum“ und habe das auch dieser Tage auf verschiendenen Kanälen kund getan. Interessant war die Reaktion und die Diskussion, die daraus auf Twitter und Facebook entstanden ist, die unterschiedlicher kaum hätte sein können. Die einen haben sich tatsächlich am Wort gestört. Ihre Befürchtung, die Frage nach dem Warum würde zu Schuldzuweisungen und Rechtfertigungsdruck führen. Das ist aus mriner Sicht wohl eher eine Frage, der inhaltlichen Gestaltung der Frage – nicht des Wortsinnes – und auch eine Frage der Geisteshaltung. Wieder andere waren der Meinung, dass andere Fragewörter besser geeignet seien, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Wenn ich ehrlich bin, halte ich das für reine Wortklauberei, denn ob Wofür, Wozu, Weshalb oder Warum am Anfang der Frage steht ist für mich irrelevant. Mich interessiert der Inhalt, das Wesen dahinter. Das Fragewort ist dann eigentlich zweitrangig.

Wer das „Warum“ lebt, der hört nicht nach der ersten Frage auf zu bohren – der geht tiefer rein in doe Materie und ist bereit Verantwortung zu übernehmen und sucht keinen schnellen Sündenbock, den er verantwortlich machen kann. Für mich symbolisiert das Fragewort „Warum“ diese Geisteshaltung. Eine Geisteshaltung, die einen wertschätzenden Umgang mit den Mitmenschen impliziert.

Und ich gebe offen zu, ich assoziiere mit dem Fragewort „Warum“ in erster Linie Kinder mit ihren – Eltern zu Verzweiflung treibenden – Fragen und eben nicht, das „amtliche Arschloch“ (Robert E. Sutton), dass einen schnellen Sündenbock braucht, um zu glänzen. Das ist meine Assoziation. Bei Kindern gefällt mir, dass sie nachbohren, weil sie verstehen und lernen wollen. Und genau das ist es, was es für mich aus macht. Die Fünf-Warum-Methode finde vielleicht auch gerade deshalb so faszinierend, weil nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert.

Die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ hat für mich aber auch eine zusätzliche Dimension. Denn für mich steckt darin auch der Grund für meine Motivation und die Motivation anderer. Warum engagieren ich mich für etwas, was treibt mich dabei an, warum will es wissen, warum möchte ich etwas tun, warum möchte ich etwas verändern. Das sind die zentralen Fragen, die ich geklärt haben muss, wenn ich mich an etwas Neues wage. Darin steckt die Energie und die Kraft, die ich brauche um etwas bewegen zu können und um anderen mit meiner Begeisterung anstecken zu können. Deshalb – und das ist mir erst in den letzten Wochen richtig bewusst geworden – sollten wir auch die Frage aufwerfen, warum andere sich ebenfalls für etwas begeistern lassen. Warum sollten sie sich von mir motivieren lassen? Warum sollten sie sich ebenfalls für ein Thema interessieren, für das ich brenne. Kann ich diese Frage nicht nur für mich beantworten, sondern auch für andere verstehen und begreifen, fällt es mir leichter auch andere zum brennen zu bekommen.

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4 Gedanken zu „#Gedankenblitz: Die Frage nach dem „Warum“

  1. Hat dies auf rebloggt und kommentierte:
    „Warum“ interessiert mich auch! Und sollte tagtäglich die bestimmende Frage sein, auch wenn die Antwort manchmal wehtut…

    „Warum engagieren ich mich für etwas, was treibt mich dabei an, warum will es wissen, warum möchte ich etwas tun, warum möchte ich etwas verändern. Das sind die zentralen Fragen, die ich geklärt haben muss, wenn ich mich an etwas Neues wage. „

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  2. Hat dies auf Wünschen. Wollen. Tun. rebloggt und kommentierte:
    Ja, das Nachfragen, das in die Tiefe gehen wollen, was Kinder ganz natürlich haben und Erwachsene mitunter sehr schnell abgelegt haben (und sicher auch mal loswerden wollen) ist eine wertvolle Ressource, um zum Wohlergehen durchkommen zu können.
    Im Coaching tauchen die W-Fragen oft auf und sie ermöglichen einen Zugang zu den tieferen Schichten des Selbst, nicht nur zu den Selbstbildern, die gewöhnlich in den schnell gegebenen Antworten viel präsent sind.
    Unter die Oberfläche gehen wollen, heißt, „Warum“ zu fragen, sich selbst und andere.
    Und den Respekt nicht vergessen, wenn mensch auf ‚Warum‘ nicht antworten mag. Auch das hat meist Gründe und ist nicht nur Bockigkeit.

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