#Gedankenblitz zur Blogparade: Komplexität in Projekten und darüberhinaus – mein Beitrag

Die Organisatoren des PMCamps Berlin haben zu einer Blogparade eingeladen, die sich mit dem Thema Komplexität in Projekten und darüberhinaus beschäftigt. Leider werde ich Berlin nicht dabei sein können. Aber für alle die den Weg nach Dornbirn finden: dort bin ich auf jeden Fall dabei.

Das Thema lässt auch mir keine Ruhe (obwohl ich mich im Blog schon damit mehrfach beschäftigt habe) und hat bei mir ein Gedankenblitzgewitter ausgelöst, dass ich in den letzten Tagen versucht habe für mich zu strukturieren. Das Ergebnis ist recht bunt geworden – so wie das mit Gedankenblitze so ist. Sie blitzen kurz auf und schon taucht kommt ein weitere Aspekt dazu, der mit dem ersten nicht unmittelbar in Verbindung steht 😉

Komplexität ist normal

Ich persönlich finde übrigens Komplexität in Projekten und darüber hinaus nicht schlimm. Im Gegenteil. Eher herausfordernd und spannend. Komplexität ist etwas vollkommen normales. Etwas, dass einfach existiert und vor dem mensch keine Angst haben muss. Unsere Welt ist komplex, unsere sozialen Systeme sind komplex und wir Menschen sind komplex. Trotz Big Data gibt es keine 100%ig sichere Prognose, wie wir Menschen auf bestimmte Dinge reagieren.

Bis auf eine kleine Bastion von Wirtschaftswissenschaftlern, die vehement ihre Position des rationalen Homo Oeconomicus verteidigen, anerkennen mittlerweile alle wissenschaftlichen Disziplinen, dass wir in einer komplexen Welt leben. Und auch diese Bastion wird eines Tages fallen.

Es ist diese Komplexität, die es für mich spannend macht. Ich lerne beständig dazu. Stellt Euch mal vor, dem wäre nicht so … wow, wäre der Tag langweilig. Oder?

Komplexität „nimmt zu“

Wenn die Welt um uns herum komplex ist, dann sind es auch unsere Projekte. Zumindest ein großer Teil davon. Sicherlich gibt es auch in Zukunft Projekte, die für uns nach wie vor überschaubar sind. Bei denen wir auf Grund von Erfahrungen ziemlich genau wissen, was und wann getan werden muss, damit wir das Projekt abschließen können. Das sind Routineprojekte, die wir in ähnlicher Form bereits mehrfach durchgeführt haben und die meisten Einflussfaktoren aufgrund unserer Erfahrung kennen. Es sind Projekte mit wenig unvorhersehbaren Herausforderungen und Überraschungen, die sich gut und mit großem zeitlichem Horizont planen lassen. Aber, wie eingangs erwähnt, wir leben in einer komplexen Welt. Die sozialen System, unsere modernen Technik differenziert sich immer weiter aus. Unser Wissen und unsere Erkenntnisse vermehren sich sprunghaft. Die Phasen lange Stabilität unsere System nehmen ab und die Veränderungsgeschwindigkeit schraubt sich in bisher unbekannt Höhen. Was gestern noch galt ist heute überholt, übermorgen vollkommen obsolet. Das Unerwartet, das Unberechenbare, das Nichtvorhersehbare nimmt zu.

Keine Angst vor Komplexität

Das alles ist kein Grund um in Panik zu verfallen. Es bedeutet lediglich, dass wir unsere Arbeitsweise und unsere Methoden, letztendlich aber auch unsere Denkmuster und Geisteshaltung(en) auf den Prüfstand stellen müssen. In der agilen Projektszene, aber auch in der Art-of-Hosting-Bewegung (die ein partizipatives Verständnis der Zusammenarbeit präferiert) ist man bereits soweit und entwickelt unter anderem dort Methoden und Wege, unter den Rahmendbedingungen künftiger, nicht eindeutig umrissener Herausforderungen (zusammen) arbeiten zu können. Komplexität ist handelbar, wenn man sich auf die Herausforderung einlässt. Sie kann sogar Spaß machen und fördert eine neue Art der Zusammenarbeit.

Grundvoraussetzungen

Den genannten partizipativen Methoden ist eines gemeinsam:  sie sind sehr stark Dialog orientiert und setzten die Bereitschaft voraus, sich auf Neues, Unerwartetes und Unbekanntes einzulassen. Wer sich auf neues und unbekanntes Terrain begeben will, der muss flexibel reagieren. Vor Veränderungen darf er sich nicht fürchten und es kann auch nur dann gelingen, wenn die Lernbereitschaft hoch ist. Komplexität heißt für mich daher kontinuierliches Lernen, beständiges Weiterentwickeln und Zusammenarbeiten. Nichts für Kooperationsphobiker und Menschen, die sichere Strukturen „brauchen“.

Agile Projektmethoden sind aus meiner Sicht daher bestens geeignet unter Rahmenbedingungen der Unsicherheit, die erforderlichen Strukturen und Bedingungen zu schaffen, die den Umgang mit ihr ermöglicht. Das Herantasten, die wiederkehrenden Feedbackschleifen, das permanent Anpassen an neue Entwicklungen sind unter diesen Rahmenbedingungen ideal.

Ergänzend

Auch wenn ich hier agile Methoden präferiere, so bin dennoch der Überzeugung das klassische und plangetriebenen Methoden nach wie vor ihre Daseinsberechtigung haben. Nicht jedes Projekt findet in einem hochkomplexen Feld statt oder ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von unsicheren Rahmenfaktoren konfrontiert. Projekte, die bereits in ähnlicher Form gemeistert wurden und auf Grund der Erfahrungswerte standardsierbar sind, können und sollen auch künftig entsprechend gesteuert werden. Das Rad neu zu erfinden, ist teuer und verschwenderisch. Aber gewöhnen wir uns daran, dass Komplexität ein fester Bestandteil unserer modernen Welt ist und wir keine Angst vor ihr zu haben brauchen.

Es lebe die Komplexität – in und um Projekte! Deshalb: wir müssen agiler werden!

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2 Gedanken zu „#Gedankenblitz zur Blogparade: Komplexität in Projekten und darüberhinaus – mein Beitrag

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