#GEDANKENBLITZ: Eine kleine Wutrede auf Deutschtümelei und Fremdenhass

Diese realitätsverweigernde Deutschtümelei kombiniert mit latentem Fremdenhass geht mir zwischenzeitlich so tierisch auf den Sack. Ich kann keine Garantie mehr geben, dass im Angesicht von so viel Weltfremdheit mit Dummheit noch meine gute Kinderstube wahren kann.

Warum halte ich diese Deutschtümelei für realitätsfremd? Weil wir in einer globalisierten Welt leben. Wenn ich China ein Sack Reis umfällt, dann spüren wir das Erdbeben rund um den Globus. Wir sind keine isolierte Insel der Glückseligen, die tun und lassen kann, was sie will, ohne dass es Auswirkungen irgendwo auf der Welt hat. Und wenn irgendwo in dieser Welt eine „Katastrophe“ passiert, dann hat dies Auswirkungen auf uns.

Ihr wollt keine Flüchtlinge in der Nachbarschaft? Dann müsst Ihr Geld in die Hand nehmen und verhindern, dass die diese überhaupt auf den Gedanken kommen müssen, ihre Heimat zu verlassen, um zu überleben. Ihr wollt keine Asylbewerber in der Nachbarschaft? Dann müsst Ihr damit leben, dass wir keine deutschen Rüstungsgüter mehr in alle Welt exportieren und uns Arbeitsplätze flöten gehen. Ihr wollt keine Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen? Dann verzichtet darauf billigen Fisch, billige Südfrüchte, billige Handys, billiges Öl zu konsumieren. Kommt mit weniger klar, lernt endlich,dass „Geiz ist geil“ einfach nur Scheiße ist. Den Euren Geiz bezahlen irgendwo in der Welt Bauern, Fischer, Arbeiter die für Hungerlöhne arbeiten. Deren Erwerbsquelle plötzlich wegbricht, weil europäische Fischtrowler ihr Fanggebiete leer fischen, westliche Großkonzerne kostbares Land kaufen und Bauern vertreiben, um dort „Biodiesel“ anzubauen, westliche Großkonzerne mit Möchtegerndiktatoren Deals abschließen, um billige Rohstoffe zu abbauen zu können.

Die Welt ist eine globalisierte geworden: Wenn wir im Wohlstand fett werden, hat das Folgen an anderer Stelle. Macht Euch das bewusst. Wir sind nicht alleine auf diesem Planeten. Wir sind ein gottverdammter großer Haufen Menschen. Unsere – von uns geschaffenen Staaten-, Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme existieren auf einem riesengroßen Erdklumpen, auf dem alles zusammenhängt. Wenn jeder in diesem komplexen System überleben will, dann kann er das nur, wenn er bereit ist, Verantwortung für das Gesamtsystem zu übernehmen. Und genau dieses Gesamtsystem kommt zunehmend aus dem Lot.

Im Übrigen fehlt es nicht an Geld. Geld ist genug da! Mehr als genug für Flüchtlinge und Deutsche. Zeigt mir Euren Wurstfingern mal dorthin, wo das Geld sitzt. Und nicht auf die, die ohnehin zu den Schwächsten der Schwachen gehören und diesen ganzen Mist, denn wir alle verbockt haben, ausbaden müssen. Macht Euch klar, dass uns – so unwahrscheinlich, es ist im ersten Moment klingen mag – dieses Elend auch drohen kann. Jederzeit! Wenn die Welt um uns herum untergeht, reißt sich uns mit.

Ihr wollt das Problem lösen? Mit nationalen Alleingängen erreicht man nichts! Gar nichts. Null und nichtig! Besinnt Euch auf Europa, besinnt Euch auf die internationale Staatengemeinschaft, besinnt Euch auf Eure lokalen Wurzeln. Think global, act local! Das ist der einzige Weg zur Lösung.

Wer mir weiterhin, mit seinem deutschtümelnden, vor Fremdenhass strotzenden Geseire auf die Nerven geht, muss den Konsequenzen leben.

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