#GEDANKENBLITZ: Visionäre brauchen wir!

Wer keine Vision hat, vermag weder große Hoffnung zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen.

Thomas Woodrow Wilson (1856 – 1924), US-amerikanischer Historiker und 28. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Was uns fehlt, sind Visionäre. Echte Visionäre. Menschen, die bereit sind neue Wege zu beschreiten und Impulse für die Zukunft zu geben. In unserer scheinbaren Rationalität – oder auch Ökonomisierung unserer Wahrnehmung – haben wir verlernt, das Unvorhersehbare anzunehmen und uns der Nichtvorhersagbarkeit zu stellen. Visionen sind zukunftsgerichtet. Und die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Wenn jemand eine Zukunftsvision entwickelt, beginnen wir sie sofort auf ihre Realisierbarkeit – mit Hilfe unserer historischen Erfahrungswerte – zu bewerten und nicht selten verwerfen wir sie wegen einem fehlendem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Aber wir können sie nicht bewerten. Wir können etwas, dass auf die Zukunft gerichtet ist, nicht mit der Vergangenheit bewerten. Wenn wir das tun, verharren wir im Stillstand oder noch besser ausgedrückt im Status quo. Was in der Vergangenheit einmal richtig war, ist in der Zukunft nicht unbedingt richtig. Was in der Vergangenheit einmal falsch war, muss in der Zukunft nicht falsch sein. Was die Zukunft bringt, dass können wir nicht vorhersagen. In einer komplexen Welt, wie der unseren ist diese vollkommen unmöglich, denn wir können keine Voraussagen darüber treffen, ob unsere „scheinrationalen“ Annahmen zutreffen.

Ich behaupte, dass es uns an echten Visionen fehlt. Das es uns an echten Visionären fehlt. Ja, ich behaupte sogar, dass es uns einem breiten Diskurs an Zukunftsvisionen fehlt. Im Kleinen und im Großen. Vor uns liegen Herausforderungen, die wir heute noch nicht einmal erahnen können. Dafür brauchen wir neue Visionen. Neue Ideen von Gesellschaft, Arbeit, Zusammenleben und die Bereitschaft diese auch zu leben. Im Großen und im Kleinen. Das setzt die Bereitschaft voraus, auch einmal das scheinbar Nichtrationale zu denken, zu tun und zu experimentieren. Hierzu fehlt uns aber oft der Mut, über den Schatten zu springen und uns darauf einzulassen. Ich bin da keine Ausnahme. Zu sehr sind wir in unserem sozialisierten Denken verhaftet und bewerten aufgrund vergangener Erfahrungen den Nutzwert von Ideen nach scheinbar vernünftigen Kriterien. Diese Kriterien sind Vergangenheitswerte, die nur eine Richtschnur sein können. Eine Hilfe zur selbstkritischen Prüfung. Aber nicht mehr. Wenn sie dazu führen, dass wir Ideen und Visionen radikal verwerfen ohne ihnen eine Chance zu geben – dann sind sie untauglich. Wir verharren in der Angst vor dem Unbekannten und glauben aus Vernunft das Richtige zu tun.

Provokant möchte ich behaupten, vernünftig können wir sein, wenn wir an die Umsetzung gehen. Aber bevor wir vernünftig etwas in Angriff nehmen, müssen wir uns erst einmal „unvernünftig“ fragen, was wir wollen und wohin wir wollen. Was uns wichtig ist und warum es uns wichtig ist. Wir müssen Träumen und Visionen entwickeln, für die wir brennen und die wir erreichen wollen. Danach bleibt immer noch genug Zeit für die (ökonomische) Rationalität. Die Bewertung danach, wie wir effektiv und effizient unser Ziel erreichen.

Im Übrigen – diese Schlussbemerkung sei mir bitte verziehen: Agile Methoden und Werkzeuge sind für mich Hilfsmittel, mit deren Hilfe neue Ideen unter höchster Unsicherheit entwickeln können – ohne uns unüberschaubaren Risiken auszusetzen. Habt mehr Mut zur Agiltät. Mehr Mut zu Experimenten. Entwickelt Visionen und Ideen und lasst zu, dass andere Ideen und Visionen entwickeln.

Ich freue mich auf Eure Kommentare, Ergänzungen oder gar Euren Widerspruch.

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