#LINKSDERWOCHE | KW 41/2017: Produktivität, Agile, Management

Produktivität

Burnout und New Work

Burnout ist bekanntermaßen so etwas wie der Ritterschlag der Arbeitswelt. Zumindest war er das noch bis vor Kurzem. Das ändert sich – so scheint es zumindest – aktuell. Ich bin mir da noch nicht ganz so sicher – trotz der New Work-Bewegung, die derzeit in aller Munde ist. Irgendwie habe ich immer noch das Gefühl, dass da wieder eine gute Idee durch das Dorf getrieben wird, um von findigen Beratern als Einnahmequelle verbrannt zu werden. Aber das ist ein anderes Thema, auf welches ich hier nicht vertiefend eingehen möchte. Interessant finde ich die Gedanken von Hendrik Epe, der – jetzt sind wir wieder beim Thema Burnout – sich Gedanken macht, wie New Work tatsächlich einen Beitrag leisten kann, dem Burnout den Kampf zu erklären, der längst nicht nur ein Problem der Individuen ist, sondern zwischenzeitlich auch als organisatorisches Phänomen wahrgenommen wird.

https://ideequadrat.org/burnout-new-work/

Der produktive Start in den Tag

In puncto Produktivität schwören viele Autoren auf einen guten Morgenstart. Frei nach dem Motto, wie Du Deine erste Stunde des Tages verbringst, so produktiv wird der Rest des Tages. Zu dieser Gruppe gehört auch der von mir geschätzte Leo Babauta, der uns in einem Blogposteinen kleinen Blick in seiner erste Stunde des Tages gibt:

https://zenhabits.net/first-hour/

Wenn das Chaos an die Tür klopft …

Ihr könnt noch so strukturiert und ordentlich sein – das Chaos holt Euch immer wieder ein. Ganz zwangsläufig. Es gehört zum Leben dazu. Da hilft die beste Planung nichts. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und tief durchatmen, wieder Ordnung rein bringen und weiter geht es. Leichter gesagt als getan. Aber das lässt sich trainieren, meint Leo Babauta. Sogar recht einfach. Chaos heißt ja nur, dass die Dinge nicht so „perfekt“ sind wie wir sie gerne hätten. Und was wir als Referenz hierfür verwenden, haben wir selbst definiert. Und hier liegt der Schlüssel. Mehr dazu:

https://zenhabits.net/chaotic/

Fokussiert wie eine Stubentiger

Nicht-Katzenfans mögen zwar den Kopf schütteln, aber mir gefällt der Vergleich von Ivan Blatter, der für das Thema Fokus aufgegriffen hat. Beobachtet mal selbst eine Katze, die auf der Jagd ist – sie ist extrem fokussiert und lässt sich kaum ablenken. Aber soll uns dieses Unterfangens gelingen? Ganz ehrlich, es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich wäre darin ein echter Meister. Sicherlich auch eine Frage der Veranlagung, ob es Euch leichter oder weniger leicht fällt. Aber wir können auch aktiv etwas tun. Ein paar Tipps hat hierzu Ivan Blatter aufgeschrieben. Nicht jeder Tipp funktioniert bei jedem gleich gut. Also es gilt probieren statt studieren – was funktioniert behaltet bei, was nicht funktioniert – weg damit.

https://ivanblatter.com/fokus/

Weltschmerz

Das Phänomen Weltschmerz dürfte den meisten nicht unbekannt sein. Zumindest kenne ich niemanden, der nicht wissend nickt, wenn das Thema auf den Tisch kommt. Und das kann nerven. Da kippt die Stimmung und mensch könnte locker flockig eine Karriere als Bluessänger beginnen. Ein bisschen Weltschmerz ist nicht schlimm. Gehört zum Leben dazu, wenn sie aber zu mächtig wird, blockieren wir uns selbst. Ralf Senftleben greift das Phänomen auf und zeigt auch auf, dass wir gegensteuern können. Damit uns der Weltschmerz nicht vereinnahmen kann.

https://www.zeitzuleben.de/weltschmerz/

Wir treffen immer eine Wahl

Wir haben immer eine Wahl meint Nadja Petranovskaja. Und treffen auch immer eine Wahlentscheidung. Selbst wenn wir die Wahlentscheidung jemand anders überlassen. Ganz von der Hand zu weisen ist es nicht. Und mit jeder Entscheidung setzen wir uns einem Risiko aus, nämlich dem Risiko, dass nicht das erwartete Ergebnis dabei herauskommt. Wenn wir aber uns dazu entscheiden, nicht zu wählen, weil wir das Risiko vermeiden, tun es andere für uns – ganz ohne unseren Einfluss. Also Risiko, ohne das wir überhaupt die Chance hatten mitzureden. Liegt bei uns – auch wenn es scheint, als hätten wir keine Wahl. Ist nicht immer einfach, wie wir alle wissen.

https://petranovskaja.com/wahl/

Ablagestruktur? Weg damit …

Wow, ziemlich radikal, was Erwin Zauner da gerade vorschlägt: keine digitale Ablagestruktur, jeder darf so ablegen, wie es für ihn passt. Aber halt, das war doch was … genau. Mit One Note, Evernote und ähnlichen Helfern ist es tatsächlich relative einfach eine „chaotische Suche“ auf dem Weg zu bringen. Trotzdem, ich muss da noch drüber nachdenken, ob ich damit leben könnte.  Mehr:

http://projekt-zpc.blogspot.de/2017/10/ablagestruktur-hort-sich-so-richtig-an.html?spref=tw

Agile

Agile Transformation: Besser verstehen – mit der Systemtheorie

Ein agiler Transformationsprozess ist selbst hochgradig komplex. Und das macht es nicht einfacher.  Da rufen alle nach Agilität, aber mit der User Story kommen sich nicht klar und wollen wieder klassische Anforderungen mit Lastenheft schreiben, sprich verfallen wieder in alte Denkmuster zurück. Ein normaler Vorgang.  Und so etwas kann auch für einen erfahrenen Scrum Master zum Problem werden. Paul Haase sieht in der systemtheoretischen Sicht auf die Dinge eine Lösung mit den Widersprüchlichkeiten der Komplexität umzugehen. Nicht neu, aber trotzdem gut. Schade, dass Haase Luhmann unerwähnt lässt. Schließlich verdanken wir ihm die Systemtheorie. Trotzdem lesenswert.

https://blog.borisgloger.com/2017/10/05/wie-man-als-scrummaster-besser-mit-widerspruechen-umgehen-kann/

Wenn am Ende des Sprints der Sprint Backlog noch gut gefüllt ist

Grundsätzlich planen wir den Sprint Backlog – also den Aufgabenspeicher für den Sprint – immer so, dass wir alle Aufgaben, die wir uns für de Sprint vorgenommen haben, auch tatsächlich „erledigt“ haben. So die Theorie. In der Praxis gelingt es nicht immer. Insbesondere wenn es sich häuft, ist es ein Indiz, das es ein Problem gibt. Folgende Liste möglicher Ursache stammt aus der Feder von Anuka Bindhani und hilft Euch ggf. weiter im Team gegenzusteuern und die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, denn es gibt etwas zu verbessern:

https://www.scrumalliance.org/community/articles/2017/october/sprint-backlog-spillover

Spielerisch Kanban vermitteln – mit dem Kanban Donut Spiel

Ich persönlich bin nicht so sehr Freund us-amerikanischer Köstlichkeiten wie Donuts. Aber die Idee mit Hilfe von „Donuts“ Kanban und die dazugehörigen Prinzipien spielerisch und mit Hilfe praxisnahe an die Leute zu kriegen, hat was. Sie lässt sich sicherlich auch anpassen und für andere Backwaren adaptieren 😉

http://tastycupcakes.org/2017/10/deep-dive-into-kanban-essentials-using-donut-making/

Agilität ist nicht das Problem, die Angst vor Neuem ist es

Ein sehr interessanter Gedankengang von Daniel Dubbel beschäftigt sich mit der Frage, was bei der agilen Transformation die eigentliche Ursache ist, die den Transformationsprozess beeinträchtigt. Streng genommen gilt dies nicht nur für den agilen Transformationsprozess, sondern grundsätzlich jeden Veränderungsprozess, auf dem wir uns einlassen. Folgt mensch dem Gedanken von Daniel Dubbel ist es nicht Veränderung, die Angst auslöst, sondern das Einlassen auf Neues. Bezogen auf Agilität neige ich ihm zu zustimmen: die agile Denkweise schlummert in uns. Was uns also davon abhält, ist das Loslassen der alten Gewohnheiten, die uns vermeintliche Sicherheit bietet:

http://www.inspectandadapt.de/angst-vor-neuem-und-geliebtes-altes/#.WdqPXGh-rcs

Agilität ist weit mehr als eine Methode

Scrum mag zwar der bekannteste methodische Ansatz basierend auf den agilen Prinzipien sein, aber Scrum ist nicht Agilität als solche. Wer meine Ergüsse hier regelmäßig gelesen hat, der weiß, dass Agilität in erster Linie eine Geisteshaltung ist und Methoden wie Scrum, Kanban u. ä. lediglich Werkzeuge und Hilfsmittel sind, die dabei helfen, diese agile Geisteshaltung mit Leben zu füllen. Den Unterschied macht also nicht die Methode, sondern die Geisteshaltung. Einen ähnlichen Gedankengang scheint auch Daniel Dubbel gehabt zu haben, als er den folgenden Blogpost verfasst hat:

http://www.inspectandadapt.de/agilitaet-ist-mehr-als-scrum/#.WdqOaGh-rcs

Agilität – das richtige Mass aus Stabilität und Flexibilität

Alle guten Dinge sind drei. In diesem Sinne gibt es noch einen dritten Verweis auf einen Blogbeitrag von Daniel Dubbel, den ich auch sehr interessant finde und deshalb auf die Liste meiner Leseempfehlungen im Blog aufnehme. Auch wenn die Versuchung groß ist, agile und flexibel in einem Atemzug zu nenne, so stimme ich Daniel Dubbel voll zu, dass die beiden Begriffe etwas vollkommen anderes meinen und nicht ohne Grund von den Autoren der Begriff agile statt flexibel gewählt wurde.  Mehr dazu:

http://www.inspectandadapt.de/agilitaet-ist-mehr-als-flexibilitaet/#.WdqRfWh-rcs

Management

Wer nicht will, der kann ja gehen …

Edgar Rodehack geht in seinem Blogposting hart mit dem Management ins Gericht. Aber seine Kritik ist nicht von der Hand zu weisen, ist doch in vielen “Chefetagen” immer noch die Denkweise verhaftet, dass es jedem freisteht zu gehen, wenn es ihm zuviel wird. Nur, seien wir mal ehrlich, wenn ein Team dauerhaft zu viel abgefordert wird, dann ist es ein eindeutiges Anzeichen, dass was faul ist. Vielleicht erinnert sich – zumindest unter den Agilisten – der Eine oder Andere daran, dass ein Team produktiver arbeitet, wenn es kontinuierlich und ich gleichbleibenden “Fluss” Ergebnisse erzeugen kann. Arbeitsspitzen, die mit Überstunden und Arbeitszeiten jenseits des üblichen Rahmens aufgefangen werden müssen, sind in diesem Sinne Warnzeichen, dass etwas daneben läuft. Mehr zum Thema:

http://www.teamworkblog.de/2017/10/wem-es-zu-viel-wird-der-kann-ja-gehen.html

Organisationsrebellen braucht es  – aber sie fallen nicht von den Bäumen

Marcus Raitner hat vom Leder gezogen. Aber richtig ordentlich und gut. Mir gefällt es. Er spricht mir mal wieder aus tiefster Seele. Jeder Organisation braucht sie, die Organisationsrebellen, die den Finger in den wunden Punkt legen und kritisch hinterfragen. Sie sorgen dafür, dass eine Organisation lebendig bleibt und sich weiterentwickelt, anpassungsfähig bleibt. Das setzt aber auch voraus, dass es Freiräume gibt, in denen sich Organisationsrebellen entwickeln können, in denen überhaupt der erforderliche Geist entwickelt werden kann.

https://fuehrung-erfahren.de/2017/10/organisationsrebellen-fuehren-fordern-coachen/

Macht in Unternehmen – lasst und mal darüber sprechen

Eines meiner Lieblingsthemen,  die im Kontext von Unternehmen und Organisationen jenseits der großen Politik, viel zu wenig Beachtung erfahren: Macht, Machtausübung, Machtlegitimation. Politik, Herrschaft und Machtausübung findet eben auch dort statt. Und es muss durchaus erlaubt sein, diese Fragen aufzuwerfen. Ich meine sogar, es ist zwingend erforderlich. Nur so lässt sich ein Unternehmen wirklich verstehen, die Kultur des Unternehmens greifen und diese Erkenntnisse für notwendige Veränderungsprozesse nutzen.  Umso mehr freut es sich, dass Conny Detlhoff und Andreas Zeuch im LeanTalkTV genau über dieses Thema sprechen. Die Aufzeichnung könnt Ihr hier ansehen:

https://www.lean-knowledge-base.de/lttv-macht-darueber-spricht-mensch-nicht/

Wenn es Euch übrigens näher interessiert: schaut doch mal bei den Politologen in der Bibliothek vorbei. Da gibt es sehr viel Literatur zum Thema Macht, Herrschaft 😉

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