#BUCHTIPP: Arbeite klüger – nicht härter! von Ivan Blatter

Ivan Blatter, der Schweiz Anti-Zeitmanagement-Trainer, ist seit wenigen Wochen mit einem eigenen Buch auf dem fast schon unüberschaubaren Markt der Produktivitätsratgeber. Ist sein Buch anders? Hebt sich sein Buch aus der Masse heraus? Und lohnt es sich das Buch zu lesen? Alle drei Fragen würde ich jeweils mit ja beantworten, auch wenn er keine revolutionären neuen Erkenntnisse produziert. Was er allerdings hervorragend macht und dafür bin ich ihm im höchsten Maße dankbar, er hat keine Abhandlung über eine Wundermethode geschrieben, die den Leser – sofern er sie strikt befolgt – sofort zum Produktivitätsmeister macht. Ganz im Gegenteil ist sein Buch kein Loblied auf eine Produktivitätsmethode. Seine Tipps sind losgelöst von der Methodik, darauf gerichtet sich evolutionär zu steigern. Immer angepasst an die eigene Erlebens- und Arbeitssituation, die jeweiligen Bedürfnisse und Vorlieben. Aus einem kreativen Chaoten – so sein Credo – kann ich keinen durch strukturierten Analytiker machen und umgekehrt. Aber ich kann beiden helfen, den richtigen Weg zu finden.

Zum Inhalt

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung, warum das klassische Zeitmanagement, dass in der Vergangenheit durch Autoren wie Seiwert propagiert wurde, nicht mehr funktioniert. Wer Ivan Blatters Blog bereits kennt, der weiß, dass er Zeitmanagement in erster Linie als Energiemanagement definiert und er gutes Zeitmanagement nicht an Methoden, sondern an Ergebnissen, die es erzeugt, an Gewohnheiten und an der Haltung gegenüber sich selbst festmacht. Produktivität ist für Blatter kein Selbstzweck. Zeitmanagementwerkzeuge und -methoden sind Hilfsmittel, die für jedes Individuum unterschiedliche Relevanz besitzen

Im weiteren konzentriert sich Ivan Blatter – losgelöst von Methoden – insgesamt sehr ausführlich beschrieben Tipps zu geben, die dabei helfen sollen, das eigene Zeitmanagementsystem zu entwickeln, das zum Individuum, seinen individuellen Rahmenbedingungen und seinen Bedürfnissen fußt. Seine Tipps versteht er als Empfehlungen, nicht als in Stein gemeißelte Regeln. Interessanterweise sind seine Tipps losgelöst davon, ob jemand sich nach Getting Things Done, Personal Kanban oder anderen Zeitmanagementansätzen organisiert.

Die insgesamt 9 Tipps lassen sich wie folgt überschreiben:

  1. Ausgangsbasis schaffen
  2. „Erinnerungshilfen“ und Gedächtnisstützen um den Überblick zu behalten
  3. Einfach statt kompliziert – Hilfsmittel einsetzen
  4. Planen, was planbar ist und das Unplanbare zulassen/einkalkulieren
  5. Fokussieren, auf die Dinge die jetzt relevant sind
  6. Rhythms finden und halten, denn nur im gleichmäßigen Rhythmus sind wir wirklich produktiv
  7. Schnelligkeit ja, Hetzen nein – aufbauen auf Punkt 7
  8. Aufschieben verhindern und den inneren Schweinhund in die Schranken weisen
  9. „Disziplin“ trainieren und Gewohnheiten schaffen

Das Buch schließt mit einer abschließenden Empfehlung, die ich ebenfalls für Balsam auf der Seele vieler halte, die sich mit dem Thema Produktivität beschäftigen. So beschreibt er, dass „Rückschläge“ vollkommen normal sind. Und betont abschließend nochmals, dass ein gutes Zeitmanagement kein Selbstzweck ist, sondern in erster Linie dazu dient, die eigenen Energieressourcen nicht aufzubrauchen. Im Falle des „Rückschlags“ heißt es nicht aufzugeben, sondern diese auch zuzulassen. Auf ein Tief folgt auch wieder ein Hoch. Der Prozess des produktiver Werdens ist kein linearer Prozess.

Das Buch von Ivan Blatter ist in papierform und als E-Book bei den üblich verdächtigen Buchhändlern erhältlich:

Buchdaten

Ivan Blatter – Arbeite klüger – nicht härter!: So holen Sie das Beste aus Ihrer Zeit, ohne sich auszubeuten. Methoden und Tools für ein neues Zeitmanagement. Zeit optimal nutzen – Freiräume schaffen

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Humboldt Verlag (31. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3869107766
  • ISBN-13: 978-3869107769
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